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Die Top Ten Beispiele für ein erfolgreiches Minimum Viable Product

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Bild von René Reichelt
von René Reichelt
08.03.2022 - Lesezeit: 14 Minuten

Bei der Fülle an Start-ups, die sich heutzutage auf dem Markt tummeln, kann es schwierig sein, Fuß zu fassen. Viele schaffen den Absprung nicht und müssen Misserfolge einstecken. Um dies zu vermeiden, bietet es sich an, mit einem Minimum Viable Product (MVP) zu starten.

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Dabei werden Kosten und Ressourcen gespart und das angebotene Produkt wird mithilfe von nützlichem Kundenfeedback optimiert und weiterentwickelt. Bereits zu Beginn sieht das Start-up so, ob es mit seiner Idee auf dem richtigen Weg ist und es kann bei Problemen schnell und effizient einlenken.

Wir haben zehn Beispiele herausgesucht, die die Bedeutung eines MVP darstellen. Bevor wir uns diese anschauen, muss zunächst geklärt werden, worum es sich bei einem Minimum Viable Product genau handelt und was dabei beachtet werden sollte.

Was ist ein MVP und wofür wird es eingesetzt?

Bei einem Minimum Viable Product (MVP) handelt es sich um eine minimalistische, aber voll funktionsfähige Version eines Produktes, einer digitalen Schnittstelle oder einer Dienstleistung. Anhand dieser ersten Ausbaustufe sollen Early Adopter angezogen und die Idee validiert werden.

Ein MVP bietet zunächst nur Kernfunktionen ohne zusätzliche Elemente. Somit konzentriert es sich auf die essentiellen Features und testet direkt am User*innen, ob und wie diese angenommen werden. Mithilfe eines erstes Kundenfeedbacks kann das Produkt entsprechend angepasst, optimiert und weiterentwickelt werden, ohne nützliche Ressourcen und finanzielle Mittel im Vorfeld möglicherweise zu „verschwenden“, indem der falsche Fokus gesetzt wird.

Nachdem Frank Robinson das Konzept des MVP im Jahr 2001 als erster formulierte, wurde es vor allem durch die weitere Ausführung des Amerikaners Eric Ries bekannt. Dieser entwickelte 2008 die sogenannte Lean Startup Methode, die eine innovative Bewegung unter Entrepreneuren hervorrief. Der Grundgedanke dieser Bewegung ist, aus der Praxis zu lernen und die Weiterentwicklung des eigenen Angebots so weit wie möglich auf dem Feedback der Nutzer*innen zu basieren. So möchte Ries Start-ups schneller und effektiver zu Erfolg verhelfen.

Vorteile eines Minimum Viable Products:

  • Die Quintessenz des Produktes steht im Fokus und wird auch von Mitarbeiter*innen klar erkannt, wodurch diese effizienter an der Umsetzung arbeiten können.

  • Das Produkt kann zügig auf dem Markt eingeführt und von Early Adoptern direkt genutzt werden.

  • Geringes finanzielles Risiko

  • Möglichkeit, das Produkt durch unmittelbare Rückmeldung der Nutzer*innen  optimal auf deren  Bedürfnisse anzupassen, noch während des fortschreitenden Entwicklungsprozesses.

Das sollte man beachten:

Auch wenn das MVP nur eine „Kurzversion“ des Endproduktes ist, muss sie wirklich vollständig funktional sein. Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass das Produkt technisch stabil ist (falls es sich um ein digitales/technisches Angebot handelt oder das Produkt digital beworben wird) und dass die Nutzerfreundlichkeit gut durchdacht und sauber umgesetzt ist. Zudem sollten Unternehmerinnen bereits weiter gedacht haben, als nur bis zum Launch des Minimum Viable Products. Was ist zu tun, wenn Faktor XY von den Userinnen bemängelt wird? Wie gehen wir dann vor, was könnten Lösungsansätze für etwaige Probleme sein? Die Bereitschaft zum Handeln, sobald Probleme aufkommen, muss gegeben und eingeplant sein.

So unvollkommen diese erste Version des Produkts auch sein mag, muss sie es doch schaffen, ihre User*innen zu begeistern und von einer weiteren, langfristigen Nutzung zu überzeugen. Die Zielgruppe ist zu Recht anspruchsvoll und verzeiht Probleme nicht, nur weil ein Produkt noch in den Kinderschuhen steckt. An Flüchtigkeitsfehlern wie technischen Unsauberkeiten oder Ungereimtheiten im Benutzererlebnis zu scheitern, ist ärgerlich. Letztendlich zerstört es den essentiellen ersten Eindruck, der nachhaltig im Gedächtnis des Kunden hängenbleibt.

Wann man kein MVP nutzen sollte:

Zu früh: Ein Minimum Viable Product ist nicht als Prototyp zu verstehen, den man leichtfertig auf den Markt bringt, um „einfach mal zu testen“. Es ersetzt auch keine Usabilitytests und das Prototyping. Die Entwicklung eines MVPs sollte stets gut durchdacht sein. Das Produkt muss nicht vollständig, dafür aber rundum bereit dazu sein, Kund*innen aktiv präsentiert und zur Nutzung angeboten zu werden. Bevor man sich nicht wirklich sicher ist, dass man die Quintessenz seines Produkts vollständig verstanden und diese so auf den Punkt umgesetzt hat, dass der User einen deutlichen Vorteil daraus zieht, der ihn beeindruckt, lohnt es sich meist nicht, ein MVP herauszubringen.

Zu hohes Risiko: Es handelt sich um ein Produkt, das eine Nische bedient, die so noch keiner vorher angesprochen hat? Hier muss genau abgewogen werden: Ist es sinnvoll, das Angebot bereits in der Entwicklungsphase herauszubringen? Wenn die erste Angebotsphase scheitert oder sich größere Probleme daraus ergeben, wie schnell können wir handeln und eine optimierte Version herausbringen? Was ein MVP nicht bewirken soll, ist es, die entsprechend bediente Nische direkt abzuschrecken und für sich zu verlieren. Im Worst Case finden sich Nachahmer, die die Idee zügig in abgewandelter, optimierter Form anbieten, wenn nicht ordentlich vorausgeplant und vorausgedacht wurde.

Sichere Idee: Die Idee, die angeboten wird, wurde bereits anderweitig validiert und birgt kein besonderes Risiko? Wenn dem wirklich so ist und das Produkt so „idiotensicher“ auf dem Markt funktionieren wird, besteht auch keine Notwendigkeit, eine „Kurzversion“ vorab zu launchen. Dann doch lieber direkt mit dem „großen Knall“ auf den Markt gehen, wenn alles bereits fertig optimiert ist. Kleinigkeiten können anhand des Feedbacks der User*innen im Nachhinein immer noch angepasst werden.

Achtung, Verwechslungsgefahr – der Unterschied zum Proof of Concept

Das Proof of Concept (PoC) wird häufig mit dem Minimum Viable Product (MVP) verwechselt. Hier ist Vorsicht geboten, denn wer ein MVP entwickelt, sollte sich bereits eingehend mit dem PoC beschäftigt haben.

Ein Proof of Concept validiert, dass die Nachfrage nach einem bestimmten Produkt/einer Dienstleistung etc. tatsächlich gegeben ist und es sich lohnt, darin zu investieren. An diesem Punkt sind noch keine Kund*innen involviert.

Beim Minimum Viable Product ist diese Validierung bereits geschehen, denn darauf aufbauend wurde das entsprechende Produkt bereits entwickelt. Nun wird im nächsten Schritt validiert, ob die Umsetzung geglückt ist, oder ob nachgebessert werden muss.

Nehmen wir beispielsweise an, ein Startup möchte eine vegane Eisdiele eröffnen. Im PoC legt es fest, dass in Stadtteil XY einer bestimmten Stadt die Nachfrage danach besonders hoch ist. Es ist also prinzipiell eine gute Idee, in eine vegane Eisdiele zu investieren. Nun wird das MVP gelauncht, allerdings bietet das Start-up nur drei sehr extravagante Sorten an und für Milchshakes lediglich Hafermilch. Das Feedback der Kund*innen zeigt, es werden mehr Sorten gewünscht, auch „Standardsorten“ in der veganen Version und mehr Auswahlmöglichkeiten bei der Milch. Das Start-up kann nun basierend auf diesem Feedback sein Angebot erweitern.

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Arten von MVPs

1. Software Prototypen

Prototypen einer Software mit deren Kernfunktionen sind komplex zu erstellen, machen aber die gängigsten MVPs aus. Die Software wird dabei in agiler Entwicklung stetig vorangetrieben und fortlaufend angepasst.

2. Produktdesigns

Vor allem für digitale Lösungen wie Software oder Apps bietet es sich an, als MVP Sketches oder komplexere Wireframes zu erstellen. Anhand eines solchen Mockups kann optimal gezeigt werden, wie das fertige Produkt aussehen und funktionieren wird.

3. Demo Videos

In Form von demonstrativen Videos lässt sich das Produkt besonders leicht und gut erklären. Aus den Reaktionen der Nutzer*innen lassen sich hilfreiche Rückschlüsse auf die Entwicklung des Angebots ziehen.

4. Landingpages

Eine Landingpage bietet eine schnelle und relativ unkomplizierte Lösung, das neue Produkt einer breiten Masse kurz und bündig vorzustellen. Durch einen Call to Action (z.B. können User*innen sich per E-Mail über Updates zum Produkt benachrichtigen lassen) können gleichzeitig das Interesse und die potenzielle Kaufbereitschaft gemessen werden.

5. Piecemeal

Für ein Piecemeal MVP werden Elemente bereits existierender Tools zusammengetragen, um an ihnen zu verdeutlichen, wie das Endprodukt funktionieren wird.

6. Concierge

Beim Concierge MVP wird eine personalisierte Softwarelösung simuliert, die zunächst manuell von den Entwicklern gesteuert wird. Bevor der komplexe digitale Prozess entwickelt wird, kann getestet werden, ob bei Kundinnen überhaupt genügend Interesse besteht und wie die Produktidee bei ihnen ankommt. In der Praxis könnte das so aussehen, dass z.B. bei einer Plattform für Produktempfehlungen zunächst manuell die Empfehlungen von Mitarbeitern zusammengestellt werden, statt eine automatisierte, KI-gestützte Auswahl. Die Userin ist darüber aufgeklärt, dass sie einen noch vorläufigen, manuell gesteuerten Prozess testet.

7. Wizard of Oz

Ähnlich dem Concierge, wird beim Wizard of Oz MVP ein voll funktionsfähiges Produkt vorläufig manuell gesteuert. Nach außen hin sieht es aber aus, als wäre das Produkt bereits fertig und alle Prozesse automatisiert. Die User*in ist sich nicht darüber im Klaren, dass sich das Angebot noch in der Testphase befindet und noch nicht fertig entwickelt ist. Dieser Typ von MVP eignet sich besonders für komplexe technologische Angebote, die viel Zeit und finanziellen Aufwand in der Entwicklung benötigen. So kann sichergestellt werden, dass sich all der Aufwand lohnen wird und wie der Prozess ablaufen muss.

10 Beispiele für Minimum Viable Products

1. Airbnb

Als die ehemaligen Klassenkameraden Brian Chesky und Joe Gebbia 2007 nach San Francisco zogen, hatten sie Schwierigkeiten, die Miete zu bezahlen. Eine simple Idee entstand: Sie vermieteten ihre Wohnung an Teilnehmerinnen einer Design Konferenz, die kein Hotelzimmer mehr ergattern konnten. Sie erstellten eine einfache Website, luden Bilder ihrer Wohnung hoch und hatten bald drei zahlende Kundinnen. Damit begann die Reise von Airbnb, was damals noch AirBed&Breakfast hieß. Heute wird Airbnb auf einen Wert von rund 18 Milliarden Dollar geschätzt (Quelle: https://altar.io/ultimate-list-mvp-examples/).

Airbnb Website

2. Dropbox

Die Gründer von Dropbox, Arash Ferdowsi und Drew Houston, gestalteten ihr MVP simpel. Ohne bereits etwas entwickelt zu haben, drehten sie ein Demo Video. Darin erklärten sie die Funktionen ihres geplanten Produkts und bekamen positives Feedback. Dropbox wurde entwickelt und erreichte im Jahr 2018 seinen bisherigen geschätzten Top-Wert von 12 Milliarden US-Dollar (Quelle: https://www.investopedia.com/articles/markets/082015/startup-analysis-how-much-dropbox-worth.asp).

Die Herangehensweise der Gründer bei ihrem MVP war wohlgemerkt mit einem Risiko verbunden: Ein einfaches Video allein garantiert schließlich noch keinen Erfolg. Denn nur weil Userinnen aufgrund einer Demo Interesse bekunden, kann die tatsächliche Handhabung/Nutzung des Endprodukts immer noch beim Userinnen durchfallen. Diese Überlegung sollte man also im Hinterkopf haben, wenn man den „einfachen Weg“ einer reinen Demonstration noch vor jeglicher Entwicklung geht. Website Dropbox3. Etsy

Die Kollegen Rob Kalin, Chris Maguire, Jared Tarbell und Haim Schoppik arbeiteten als freiberufliche Website-Programmierer eines Handwerker-Forums. Als sich Nutzerinnen beschwerten, dass die Gebühren von eBay zu teuer und die Handhabung zu kompliziert sei, entstand die Idee zu Etsy. Die Plattform eBay diente den Gründern hierbei als Proof of Concept, dass die Nachfrage vorhanden ist und anhand des Feedbacks im Forum konnten sie direkt Probleme von eBay für ihre eigene Seite optimieren. Sie erstellten eine simple und spärlich designte Website, die bereits in den ersten Tagen tausende Nutzerinnen anzog. Stand 2020 zählt Etsy über drei Millionen aktive Verkäufer, die im zweiten Quartal 2020 einen Nettogewinn von 96,4 Millionen US-Dollar erwirtschafteten (Quelle: https://altar.io/ultimate-list-mvp-examples/)

Etsy Website

4. Spotify

Die Kernfunktion, auf die sich Spotify Gründer Daniel Ek und Martin Lorentzon bei ihrem MVP konzentrierten, war die reine, fehlerfreie Funktion des Streamings von Musik. Darin wollten sie die Besten sein – mit Erfolg. Nachdem sie die Desktop App, die sie entwickelt hatten, an Freunden und Familie getestet hatten, stellten sie die Beta-Version ausgewählten Musik-Bloggern in Schweden zur Verfügung. Diese waren begeistert und Spotify wurde bekannt. Heute verzeichnet Spotify 299 Millionen monatliche User und 138 Millionen Premium Abonnenten (Quelle: https://altar.io/ultimate-list-mvp-examples/)

Spotify Music Webplayer

5. Amazon

Das „große A“ ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Aber auch Amazon startete wahrlich klein. Im Jahr 1994 witterte Jeff Bezos mit der aufkommenden Popularität des Internets seine Chance. Wo heute ungefähr jedes denkbare Produkt der Welt erhältlich ist, konzentrierte sich der junge Bezos damals auf eine spezielle Nische: er verkaufte Bücher online.

Anstatt direkt einen komplizierten Online-Shop einzurichten, konzentrierte er sich auf die Kernfunktion und seine Nische, entwickelte eine simple, rudimentär gestaltete Website – und hatte Erfolg.

Amazon Website

6. Instagram

Instagram-Gründer Kevin Systrom musste bei seinem MVP aus Fehlern lernen. Die Vorgängerversion der heute so populären Plattform hieß Burbn und hatte zahlreiche Funktionen und Features. User waren vom MVP verwirrt und nutzten die App kaum. Ein Feature allerdings begeisterte die Nutzer*innen – die Funktion, Fotos zu teilen.

Systrom überarbeitete die App komplett und reduzierte sie auf ihre Kernfunktionen: das Teilen, Liken und Kommentieren von Fotos. So dient Instagram gleichzeitig als Negativ- und als Positivbeispiel: Negativ in der Hinsicht, dass Systrom zu Beginn keinen Fokus für sein MVP setzte und positiv in der Hinsicht, dass er aus dem Kundenfeedback wahrlich das beste herausgeholt und das Ruder sozusagen erfolgreich herumgerissen hat.

7. Facebook

Heute vereint Mark Zuckerberg unter dem Namen Meta gleich mehrere Social-Media-Plattformen, wie Facebook, Instagram und WhatsApp. Doch Facebook startete 2004 als winzige Plattform in Zuckerbergs Zimmer auf dem Harvard-Campus. Die Website, die Zuckerberg entwickelt hatte, diente ursprünglich als universelles Verzeichnis, um ausschließlich Harvard-Studenten zu vernetzen. Wenige Monate später war Facebook bereits so beliebt geworden, dass die Plattform auf drei weitere renommierte Universitäten ausgeweitet wurde: Yale, Stanford und Columbia.

2005 wurden weitere Universitäten aufgenommen, auch Großbritannien, Mexico, Puerto Rico, Australien und Neuseeland und über 25.000 Schüle*innen aus verschiedenen Ländern. Schließlich wurde Facebook 2006 öffentlich zugänglich. Mittlerweile hat die Plattform 2,5 Milliarden monatliche User (Quelle: https://altar.io/ultimate-list-mvp-examples/)

8. Apple – Das erste iPhone

Man mag es kaum glauben, aber auch Apples iPhone der ersten Generation kann als Minimum Viable Product betrachtet werden. Selbstverständlich wurden hierfür deutlich mehr Ressourcen und finanzielle Mittel aufgewendet, um das MVP zu entwickeln. Dennoch bestätigt das iPhone der ersten Generation einen Grundsatz des MVPs: Es war auf seine Kernfunktionen reduziert.

Das erste iPhone hatte eine begrenzte Anzahl an Apps zu bieten, ohne die Möglichkeit, neue herunterzuladen. Es gab weder eine Benachrichtigungsfunktion, noch konnte man Text kopieren und einfügen und das iPhone war vertraglich an einen Anbieter gebunden mit mindestens zwei Jahren Laufzeit.

Apple ging es aber auch gar nicht darum, das perfekte neue Mobilgerät direkt auf den Markt zu bringen. Ziel war es, herauszufinden, ob Kunden die Idee eines Mobiltelefons mit Bildschirmtastatur sowie den Hintergedanken eines einzigen Gerätes für alles (anstatt wie bisher ein Handy, einen iPod etc.) annehmen würden. Das Ziel wurde erreicht, User*innen nahmen die Idee an, und so kam 2008 schon ein Jahr später das iPhone 3G auf den Markt, das neue und bessere Funktionen bot.

Apple iPhone

9. Groupon

Der Gründer von Groupon, Andrew Mason, musste zunächst einen Misserfolg in Kauf nehmen, bevor er sich auf das Wesentliche konzentrierte, von vorne anfing und innerhalb eines Monats erfolgreich Groupon launchen konnte.

Für den Vorläufer von Groupon, „The Point“, realisierte Mason fast ein Jahr lang verbissen seine Vision und setzte die Plattform genau so um, wie er sie sich idealerweise vorstellte. User nahmen seine Vision allerdings nicht an und „The Point“ scheiterte. Doch Mason lernte aus seinen Fehlern und begann von Neuem. Für Groupon arbeitete er zunächst mit einem simplen WordPress Blog, auf dem er täglich postete. Coupons wurden damals manuell als PDF per E-Mail verschickt. Groupon wurde zum Erfolg.

Groupon Website

10. Uber

Im Jahr 2008 hatten Travis Kalanick und Garrett Camp eine Idee: Taxiservices so billig wie möglich anzubieten. Sie entwickelte eine einfache, schnelle und günstige MVP-Lösung und brachten Fahrer mit iPhone-Besitzern in San Francisco zusammen, die sich nicht scheuten, Kreditkartenzahlungen in einer unbekannten App zuzulassen.

Zwei Jahre später reagierte der Unternehmer Ryan Graves auf einen Tweet von Travis Kalanick, in dem dieser Angestellte für Uber suchte. Später wurde Graves der erste CEO von Uber, das 2019 ein Nettovermögen von 75,5 Milliarden US-Dollar verzeichnete.

Uber Website

Fazit

All diese MVP Beispiele machen deutlich, welche immense Bedeutung einem Minimum Viable Product zukommen und wie unkompliziert und schnell man bei einer guten Strategie damit zu Erfolg kommen kann. Wer die wichtigsten Grundsätze beachtet, sich auf das Problem seiner Zielgruppe und die entsprechende Lösung konzentriert, das Produkt auf seine Kernfunktionen reduziert und diese sorgfältig durchdacht umsetzt, kann ein MVP in ein populäres Business verwandeln. Die MVP Beispiele zeigen zudem, wie wichtig das Feedback der tatsächlichen User*innen ist und wie sehr es sich lohnen kann, aus Misserfolgen und Fehlern zu lernen.

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