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Bedeutung und Herkunft der Agilität

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Bedeutung und Herkunft der Agilität

“Agilität” ist in der Business-Welt in den letzten Jahren zu einem der bekanntesten Modewörter avanciert: Viele Firmen wollen „agil“ sein oder erklären, dass sie es bereits sind.

Was bedeutet “agil” und wo kommt es her?

Agil zu arbeiten bedeutet im Grunde, nicht mehr strikt einen langfristigen Plan abzuarbeiten, sondern Stück für Stück ein Produkt zu entwickeln und flexibel auf Ereignisse zu reagieren. Auf diese Weise soll etwas entstehen, was wirklich gebraucht wird und nicht etwas, das am Reißbrett geplant und bei der Fertigstellung an den Bedürfnissen der Nutzer*innen vorbeigeht.

Die ersten agilen Ideen wurden wohl schon in den 40er- bis 80er-Jahren angewandt. In den 90ern verbreiteten sie sich zunehmend in der Software-Entwicklung, da hier häufig Probleme oder Chancen auftraten, die am Anfang gar nicht bedacht worden sind.

Ketzerei für Entscheider*innen mit Kontrollbedürfnis

Auf Anhänger*innen des klassischen Projektmanagements wirkte das im besten Fall ungewohnt, im schlimmsten Fall wie Ketzerei. Gerade Entscheider*innen mit hohem Kontrollbedürfnis und wenig Vertrauen in Teams wollten schließlich ganz genau wissen, was in den nächsten Wochen und Monaten passiert und welche konkreten Ergebnisse sie zu erwarten haben. 

Aus Frust über die Dominanz klassischer Entwicklungsprozesse kamen 2001 daher 17 Softwareentwickler in einer Skihütte in Utah zusammen und schrieben das „Agile Manifest“. Eine der vier Leitsätze dieses Schriftstücks lautete:

„Reagieren auf Veränderung ist wichtiger als das Befolgen eines Plans“

Dieses Manifest markierte - wie es Diplom-Psychologe Valentin Nowotny formuliert - den „agilen Urknall“: In den kommenden Jahren übernahmen mehr und mehr Unternehmen agile Methoden, auch abseits der Software-Entwicklung. In der Umfrage „State of Agile“ von 2021 gaben nur noch drei Prozent der Firmen an, keine agilen Ideen zu verfolgen.

Diese Zahl ist aber mit Vorsicht zu genießen: Schließlich ist eine agile Kultur nicht schon erreicht, wenn man einfach ein Meeting in “Sprint Review” umtauft, aber die Methoden dahinter nicht verinnerlicht hat. 

Agiles Arbeiten wird nicht einfach nebenbei eingeführt

Und diese Methoden sind komplex: Bei der beliebtesten agilen Projektmanagement-Methode SCRUM gibt es in der Idealvorstellung ja sogar eigene SCRUM-Master, die nur auf die Einhaltung und Optimierung der Prozesse achten.

Ob diese Vorgehensweise wirklich jedes Unternehmen beherzigt, das von sich angibt, agil zu arbeiten, oder ob es sich nur mit dem schönen Modewort schmücken möchte, kann man nur mutmaßen.

Aber das ist eine andere Geschichte.

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